Frühjahrsputz für Motorradbekleidung

Bevor wir in die Saison starten, sollten wir einen Blick unserer Ausrüstung gönnen. Wenn das Wetter endlich mitspielt und wir in die Saison starten, werden wir dann nicht von blöden Mängeln an unserem Helm oder den Klamotten ausgebremst.

Helm

Das Visier sollte sauber und unverkratzt sein. Wenn nicht, gründlich mit einem Sprühfilm aus Wasser mit etwas Spülmittel einweichen und mit einem Schwamm oder weichen Tuch abwischen. Die Innenscheibe, auch Pinlock Scheibe genannt, sollte ohne kräftiges reiben gereinigt werden. Mit speziellen Visierreinigern haben wir schlechte Erfahrungen gemacht, weil diese auf Dauer die Visiere angegriffen haben. Danach die Dichtigkeit zwischen Visier und Innenscheibe prüfen, weil die Innenscheibe "schrumpft" bzw. die Silikon-Dichtung sich etwas plattdrückt. Dazu nimmt man ein dünnes Stück Papier, welches man mit einer Ecke versucht zwischen die beiden Scheiben zu schieben. Liegt die Pinlock Scheibe rundherum an, ist alles in Ordnung, wenn nicht, zum Abdichten der Innenscheibe das Außen-Visier weit aufbiegen und die Pins so verdrehen, dass die Pinlock-Scheibe wieder dicht anliegt, wenn das Visier wieder seine normale Form, wie am Helm montiert, eingenommen hat.

Falls das Visier beim Öffnen nur noch lasch in seinen Stellungen einrastet, kann man auch für wenig Geld eine neue Visiermechanik montieren. Geht das Visier nur schwer auf und zu, hilft etwas Silikon oder auch Vaseline zwischen Visier und dessen Raster. Bei fast allen Helmen kann man heute das Innenfutter entnehmen und gegebenenfalls mit Feinwaschmittel waschen. Ist das Futter nicht herausnehmbar gibt es spezielle Helmpolster Reiniger, die wieder für Hygiene im Helm sorgen. Bei Helmen mit duroplastischer Helmschale (Fiber Glass, Kevlar, Carbon) sollten tiefere Kratzer in der Schale mit einem Lack versiegelt werden, sonst könnte eindringendes Wasser die Faserstruktur zerstören.

Textilbekleidung

Das praktische an Textilbekleidung ist deren einfache Pflege. Nach dem entfernen der Protektoren und des Innenfutters kann man sie den Hersteller Angaben entsprechend waschen. Hierzu sollte ein spezielles Waschmittel verwendet werden, um erstens die Dichtigkeit und zweitens die wasserabweisende Wirkung des Oberstoffs weiterhin zu gewährleisten. Eine anschließende Imprägnierung, dient bei voll funktionsfähigen Jacken und Hosen lediglich der verringerten Wasseraufnahme des Obermaterials. Mit der eigentlichen Dichtigkeit, der unter dem Oberstoff liegenden Funktionsmembran hat es nicht zu tun. Die Imprägnierung wirkt am besten, wenn Sie, zum Beispiel mit einem Haar Fön nach dem Auftragen leicht angewärmt wird. Das Waschen schadet den Sachen nicht eher der anhaftende Dreck. Der fest anhaftende Schmutz zieht Wasser an, und reduziert die Atmungsaktivität des Kleidungsstücks.

Vom Protektoren Hersteller SaS-Tec (u.a. bei BÜSE und Held) wissen wir, dass die Wirkung deren Protektoren nach fünf Jahren nachlässt. Das Paar für Schultern oder Knie kostet zwischen 10 und 25 Euro. Bei einer wertigen Jacke oder Hose kann man über deren Tausch einmal nachdenken.

Leder

Wie bei Textil gilt auch für Leder, dass nur saubere Teile den besten Tragekomfort bieten. Allerdings ist bei der Reinigung mehr Handarbeit gefragt. Die Fliegen, die man während einer Tagestour abbekommen hat, sollten möglichst zeitnah mit einem feuchten Lappen entfernt werden. Einmal im Jahr ist aber dann eine ordentliche Reinigung fällig. Hierzu ist eine Lederseife wegen ihrer rückfettenden Wirkung erste Wahl. Mit einem weichen Schwamm und lauwarmen Wasser, löst sich auch der tiefer sitzende Schmutz aus den Poren und Nähten. Um in die Falten von tief liegenden Doppelnähten oder die eines Leder-Stretches einzudringen, empfehlen wir eine Handwaschbürste.

Nach dem Abtrocknen der Leder Oberfläche mit einem Tuch ist es besonders wichtig, dass das Leder an einem gut belüfteten Ort langsam trocknen kann. Wenn es noch eine geringe Restfeuchte hat, sollte man es einfetten oder einölen. Aber bitte nicht mehr auftragen, als das Leder aufnehmen kann. Mindestens über Nacht einziehen lassen und dann das überschüssige Fett abreiben und nachpolieren. Hartnäckige Flecken von Teer oder Kettenspray auf hellem Leder, lassen sich mit einem speziellen Lederreiniger entfernen. Achtung, der trägt auch meistens etwas Farbe mit ab. Es wird mindestens eine Fahrt dauern, bis das Leder wieder seine alte Passform hat. Noch drastisch kleiner wird die Lederkombi, wenn sie mit einem Lederwaschmittel komplett im Wasserbad gewaschen wird. Besonders bei starken hell dunkel Farbunterschieden kann es zu Verfärbungen des Leders kommen. Wir empfehlen in solchen Fällen die Kombi von einem Leder-Spezialisten waschen zu lassen. Das funktioniert wirklich gut, weil hier Farbstabilisatoren bei der Wäsche eingesetzt werden und dann in einem speziellen Trockenraum das Leder langsam getrocknet und gleichzeitig mit Pflegemittel behandelt wird.

Handschuhe

Handschuhe sollten wegen des aggressiven Handschweiß regelmäßig gewaschen werden. Dies sorgt für eine deutlich längere Lebensdauer. Mit einem speziellen Waschmittel geht das ruck-zuck von der Hand. Die Trocknungsprozedur ist die gleiche wie bei Lederjacken und Hosen. Bevor der Handschuh ganz getrocknet ist, sollte er angezogen werden und wieder in „Griff“ Form gebracht werden. Einfetten nicht vergessen!

Stiefel

Auch hier gilt, erst sauber machen dann Pflegemittel auftragen. Besonderes gibt es bei Stiefeln mit GORE TEX Membran zu beachten. Wegen der Hydrophobierung des Oberleders verliert der Stiefel schneller seine Farbe, was natürlich auf die Funktion keine Einwirkung hat. Wir haben schwarzes, stark färbendes Lederfett speziell für Motorradbekleidung. Es färbt nach dem Einziehen nicht nach und poliert auch abgetragene und verschossene Lederhosen und Jacken wieder optisch auf.

Unter anderem haben wir ein spezielles Lederfett von „daytona“ für Lederstiefel mit und ohne Gore-Tex, welches die Atmung nicht beeinträchtigt.

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